Psychiatriemißbrauch

Psychiatrie ist keine Pseudowissenschaft

Psychiatrie ist keine Pseudowissenschaft

 

Aufgrund des Falls Mollath wird sehr viel in verschiedenen blogs diskutiert. Erstmalig ist es damit gelungen das Problem des Missbrauchs der Psychiatrie ins Rampenlicht zu zerren. Es ist Herrn Mollath hoch anzurechnen, dass er immer wieder betont, wie wichtig auch die anderen Fälle sind, die noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt sind. Es bedarf der Aufklärung zur Verbesserung unseres Landes, so sein Motto.

 

So sehr ich das Engagement für Herrn Mollath in diversen blogs durch ihre Beobachtungen und Analysen schätze, so muss ich doch einem häufig gemachten Fehler widersprechen.

Ich nehme folgendes Zitat von Frau Ursula Prem zum Anlass:

„Kröber weiß ganz genau, dass die Psychiatrie aus eigener Kraft zu keinem exakten Erkenntnisgewinn in der Lage ist. Wären die Übernahmen vorheriger Diagnosen ausgeschlossen, gar wissenschaftliche Blindstudien gutachterlicher Standard, würde sich die Widersprüchlichkeit dieser Pseudowissenschaft schnell und glasklar enthüllen, wodurch die Geschäftsgrundlagen wegbrächen. Wer diese Spielregeln nicht verinnerlicht, wird es auf dem Karussell der Karrierepsychiater deshalb nicht sehr weit bringen.“

http://www.ein-buch-lesen.de/2013/09/gustl-mollath-keiner-ist-grober-als.html

 

Die Psychiatrie ist keine Pseudowissenschaft!!!

In der Psychiatrie haben wir es in der Regel mit Erkrankungen des Gehirns zu tun, sei es infolge von Stoffwechselstörungen, Degeneration, Tumoren, Infektionserkrankungen etc. Es gibt klare Definitionen der Erkrankungen und gutachterliche Richtlinien. Und weil es klare Definitionen und gutachterliche Richtlinien gibt, kann man solche Schlechtachten wie von den Herren Leipziger, Kröber, Pfäfflin und co auch entlarven. Dazu braucht es mitunter noch nicht einmal medizinischen Sachverstand. Es zeigt sich schon dem medizinischen Laien, dass die Schlechtachten denkunlogisch sind. Der Punkt ist, dass für den Großteil der Bevölkerung die Psychiatrie ein unbekanntes Wesen ist. Und weil das so ist, kann man die, die davon wenig verstehen, auch hinters Licht führen. Mir scheint dieser Missbrauch der Psychiatrie ein beliebtes Mittel der Politik/Behörden etc. zu sein, um unliebsame Menschen mundtot zu machen. Dazu braucht es natürlich auch Psychiater, die sich dazu hergeben. Im Allgemeinen genießt der Psychiater, auch unter den ärztlichen Kollegen kein Ansehen. Die sind so verrückt wie ihre Patienten. Ist es da nicht verlockend, wenn man durch gewisse Gefälligkeiten zur unantastbaren Koryphäe wird? Und wenn man einmal da mitmacht, dann kommt man aus diesem Teufelkreis nicht mehr raus. In einem Interview bei telepolis meinte Hans-Ludwig Kröber: Urteile sind soziale Einigungen über einen bestimmten Sachverhalt. Norwegen lebt einfach besser mit der Vorstellung, dass Breivik nicht verrückt, sondern böse ist.“

Diesen Ausspruch kann man so verstehen, dass man manchmal Urteile/Gutachten so gestalten muss, wie es am besten ist. Fragt sich nur für wen? Ein Unrechtbewusstsein scheint hier zu fehlen.

Diese Falschgutachten fallen in der Regel dadurch auf, dass sie sehr auf die Akteninhalte fokussiert sind. Die sind dann schon so manipuliert, dass der Betroffene sehr auffällig wirkt. Schön ist auch der Ausspruch, dass angeblich ohne Kenntnis der Akteninhalte keine Diagnose zu stellen sei. Man stelle sich mal folgendes Szenario vor: da gibt es einen schwerkranken psychiatrischen Patienten, der aus seinem brennenden Haus gerettet wurde und der psychiatrischen Behandlung bedarf. Dann kommt der Psychiater daher und sagt, es tue ihm leid, man werde ihn leider nie mehr behandeln können, weil seine Unterlagen verbrannt seien und man nun keine Diagnose mehr stellen könnte. Wer soll das glauben, dass ohne Kenntnis der Akteninhalte keine Diagnose zu stellen ist?

Auffällig bei den Falschgutachten ist auch, dass man, um die Wahrheit, die ein Betroffener erzählt, zu unterdrücken, sie als wahnhaft hinstellt. Und wenn er dann noch auf den Wahrheitsgehalt seiner Angaben beharrt, dann ist er bewiesener Weise realitätsfremd und krankheitsuneinsichtig. Dazu bemüht man gerne die Diagnose der wahnhaften Störung. Der medizinische Laie weiß überhaupt nicht, was das sein soll. Er kennt nur den Begriff Wahn. Die wahnhafte Störung ist eine Erkrankung die letztendlich noch nicht ausreichend erforscht und fundiert ist. Der Erkrankte leidet nur unter einer wahnhaften Auffassung, ist aber ansonsten völlig unauffällig und kommt im Alltag gut zurecht. Die Erkrankung ist extrem selten! Sie kann nur als Diagnose gestellt werden, wenn alle anderen Erkrankungen, die das Symptom eines Wahnes aufweisen, definitiv ausgeschlossen wurden. Dazu gehört natürlich die paranoide Schizophrenie, ein Wahn infolge von Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenkonsum, aber auch ein Wahn infolge einer organischen Hirnveränderung.

Schaut man nun die Diagnosen bei Herrn Mollath an, die von Herrn Leipziger in den Raum gestellt wurden, so findet man überhaupt keine Hauptdiagnose. Er spricht immer nur von Differentialdiagnosen. Aber um eine Differentialdiagnose zu stellen, muss es erst einmal eine Hauptdiagnose geben, ehe man von möglichen Alternativen spricht. Eine wahnhafte Störung konnte er lege artis überhaupt nicht stellen, wenn er sich an die Definition laut ICD 10 und die gutachterlichen Richtlinien gehalten hätte. Die Definition nennt er noch nicht einmal im Gutachten.

 

Beschämend sind auch die Versuche von Herrn Leipziger, Herrn Mollath eine paranoide Psychose anzudichten. Er hält es für möglich, dass akustische Halluzinationen in Form von Stimmen vorliegen, weil in Herrn Mollaths Unterlagen von Tinnitus zu lesen war und er angegeben hatte, dass er auf sein Gewissen, seine innerliche Stimme höre. Wenn ein Patient akustische Halluzinationen in Form von Stimmen hört, dann handelt es sich nie um die eigene Stimme. Es sind fremde Stimmen. Der Laie sagt immer nur, dass der Verrückte mit sich selbst redet. Der Schizophrene redet aber mit „Fremden“. Hier nutzen die Schlechtachter das falsche Laienwissen, um ihre Falschdiagnosen zu verschleiern.

 

Wenn ein Herr Kröber oder auch ein Herr Pfäfflin nicht in der Lage zu sein scheinen, dass Falschgutachten von Herrn Leipziger zu erkennen, dann stellt sich die Frage, ob sie fachlich inkompetent sind oder ob sie bewusst handeln. Stutzig macht einen auch, dass als neuer Gutachter für Herrn Mollath Herr Leygraf ausgeguckt worden war. Dieser hat zahlreiche Bücher mit Herrn Kröber verfasst. Man kann gespannt sein, wie so ein Gutachten ausfallen könnte.

 

Der Fachverband der Psychiater (PGPPN) ist auch keine Hilfe. Er hat öffentlich bekundet, dass die Koryphäen, also die forensischen Psychiater, dazu gehören auch die, die am Fall Mollath mitgewirkt haben, dringend bei der Reform des § 63 StGB mitwirken sollen. Wundert das einen, wenn man weiß, dass Herr Kröber

Sprecher des Referats "Forensische Psychiatrie" der psychiatrischen Fachgesellschaft "Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)"ist?

 

Mir ist es als Psychiaterin ein dringendes Anliegen, dass mit diesen Falschgutachten Schluss gemacht wird. Die Herren müssen von ihrem hohen Ross geholt werden.

 

Mit der Frage bezüglich der Wissenschaftlichkeit von Psychiatrie befaßt sich ein lesenswerter Artikel von Herrn Dr. Weinberger.

http://www.psychiatrie-und-ethik.de/wpgepde/zur-wissenschaftlichkeit-der-psycho-faecher/